Verfasst von: markusoliver | Oktober 26, 2013

Beton in der Architektur


Ich habe nicht viel Ahnung von Architektur. Vielleicht habe ich sogar gar keine Ahnung von Architektur.

Aber eins weiß ich: Ich liebe Beton. Beton ist ein vernünftiger Werkstoff. Man kann damit vergleichsweise kostengünstig viel Wohnraum schaffen. Erinnert sei nur an die legendäre „Platte“. Heute wird über die Platte gelacht, aber seien Sie versichert: Die Wohnqualität mancher Platte wird in manchen Wohnungen in Großstädten wie Hamburg und Hannover in den „Prachtvierteln“ mit Stuckfassade nicht erreicht. Die Realität für viele Menschen in Großstädten sieht heute doch so aus, dass sie in hellhörigen mies zugeschnittenen Wohnungen in „geschlossener Bauweise“ vegetieren. Es darf auch gerne ein Nord-Balkon sein.

Ich wohne zur Zeit zur Miete in einer Wohnung aus Beton. Keine Platte, nur zwei Stockwerke und sehr schön in einem Wohngebiet mit ansonsten 1,5-fachen Geschossen. Die beste Wohnung in der ich je wohnte. Südbalkon, unverbaubare Aussicht, 1-A-Infrastruktur, so gut wie null Heizkosten (das weiß ich aus den Abrechnungen der letzten Jahre die mir vorgelegt wurden), annäherend perfekter Zuschnitt für eine 105 qm – Wohnung, man hat leider das Badezimmer neben ein Kinderzimmer anstatt neben das Elternschlafzimmer gelegt. Aber ansonsten top. Abstellkammer, ein vernünftiger und trockener Keller, große Fenster… alles was man von einer Wohnung in Beton erwarten darf.

Vermutlich auch in der Herstellung zu einem unschlagbaren Preis.

Doch zurück zum Beton: Jetzt lese ich davon. Wie geil ist das denn? Ultrahochfester Beton.

Mir schwant, dass sich bei den Baustoffen in naher Zukunft noch sehr viel tun wird. Und so mancher Häuslebauer wird sich in seiner durchschimmelten WDVS-Bude noch schwarz ärgern, dass er so viel Geld hat verschimmeln lassen. Was eröffnet ein solcher Beton nur für Möglichkeiten!

Mich würden ja mal Entwürfe von Einfamilien- oder Mehrfamilienhäusern mit diesem Beton interessieren! Dass er bei Brücken oder öffentlichen Gebäuden viel ermöglicht ist klar. Aber wo wirkt sich dieses Wunderzeug beim ganz normalen Hausbau aus?

Dünnere Wände sicherlich (ist das dann mit dem Schallschutz in Ordnung?), fabelhafte Treppen… Taghell erleuchtete Treppenhäuser mit Wendeltreppen? Hängende Garagen? Mehr oder weniger freischwebende Balkone, nein, Terassen? Hängende Swimmingpools?

Und dann die Bauschäden erst? Vermutlich ist dieser Werkstoff auch ein Traum für Baurechtsanwälte!!!!! 🙂

 


Responses

  1. Gegen qualitativ hochwertigen und fachmännisch verarbeiteten Beton als Baustoff ist nichts einzuwenden.
    Ich habe einmal in einer Bude in Betonbauweise mit Sockelheizleisten (kann ich jedem Bauherren nur empfehlen!) und 1-2cm Lehmputzauftrag im Innenraum gewohnt. So gut war es raumklimatisch nie wieder!
    Meiner Meinung nach ist Beton jedoch so hässlich wie vielseitig und hat in der Außengestaltung einer Fassade nichts zu suchen.

  2. Ist nicht neu. Hab schon 1975 meinen BaustofflehreProf mit sowas verarscht. Keine Druckpresse im Baustofflabor konnte meinen Probewürfel knacken.
    Ist aber noch viel älter, (populärwissenschaftlich) zB. hier:
    http://www.sueddeutsche.de/wissen/archaeologie-roemische-betonmeister-1.1701273

    Der ultrahochfeste Beton (UHPC/UHFB) ist ein ganz nettes Spielzeug, für Normalobau aber nicht zu empfehlen. Stelle man sich den Elektriker mit der Hilti vor, der mal eben dem superdünnen UHPC-Pfeiler eine Unterputzdose applizieren will.

    Auszug aus dem SZ-Artikel: Die Zementhersteller ersetzen nun immer mehr Kalk zum Beispiel durch Flugasche, ein Abfallprodukt aus Kohlekraftwerken, oder durch Hochofenschlacke aus der Eisenerzaufbereitung. In Deutschland kommt auch das natürliche Vulkangestein Trass und in Italien beispielsweise natürliche Vulkanasche wieder verstärkt zum Einsatz.

    Das Ziel der Hersteller ist, etwa 40 Prozent des Kalks auszutauschen.

    Das Ziel der Hersteller ist, nach Bröselkalksandstein nun auch den Bröselbeton zu erfinden 😉


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