Verfasst von: markusoliver | Oktober 20, 2013

Einzelfall bestätigt Vorurteil


In Griechenland kam es laut SPON zu einem erschreckenden Vorfall von staatlichem Rassismus: Die Polizei kontrollierte ein Roma-Lager und fand dabei ein blondes, blauäugiges Mädchen versteckt unter einer Decke. Mit offenkundiger und staatlicherseits eingeräumter rassistischer Intention untersuchte die griechische Polizei das blonde und blauäugige Mädchen dergestalt, dass es eine DNA-Probe von dem Kind und seinen „Eltern“ nahm. Der Abgleich ergab, dass das Kind nicht von den „Eltern“ abstammte.

Ich bin erschüttert.

Die Polizeibeamten haben sich dazu hinreißen lassen ein kleines Mädchen genetisch zu untersuchen, nur weil seine körperliche Erscheinung nicht zu dem seiner „Eltern“ passte. Das geht so nicht, das geht so einfach nicht. Das es nicht geht, wissen wir seit den rassistischen Vorfällen mit deutschen Bundespolizisten, die Schwarzafrikaner auf Grund ihres äußeren Erscheinungsbildes nach ihren Pässen fragten. Der bei den Bundespolizisten aufgekommene Gedanke, dass bei Schwarzafrikanern Bedenken hinsichtlich Ihrer Staatsbürgerschaft bestehen könnten löste hier in Deutschland einen Sturm der Entrüstung aus.

Selbstverständlich teilen wir alle als gute Demokraten diese Entrüstung. Und sie wie Claudia Roth auch gutes Stück weit betroffen.

Kommen wir also wieder zu der rassistischen Polizeimaßnahme.

Man fand heraus, dass dieses Roma-„Ehepaar“ (ob es sich wirklich um eine legalisierte Ehe handelt darf bezweifelt werden), gegenüber griechischen Behörden angab, insgesamt 14 Kinder zu haben. Sie kamen dadurch auf Sozialleistungen von 2.800 EUR im Monat. Das ist viel Geld in Griechenland, vor allem wenn die Kinder so gut wie gar nicht ernährt werden müssen. Essen liegt schließlich im Müll herum, in dem die Kinder den ganzen Tag spielen. Und in drei Jahren kann sie auf dem Strich schon Geld verdienen, die Kleine.

Aber wie schon erwähnt ist das für uns gute Demokraten eigentlich irrelevant. Es ist schon fraglich, ob man in der EU nicht doch endlich einmal zur „fruit of the poisonous tree – Doktrin“ kommen und ein deratiges Strafverfahren nicht sofort einzustellen ist. Die Beweismittel sind schließlich mit rassistischen Methoden ermittelt worden.

Außerdem wurden den Roma das Kind überlassen, sie liebten es nach eigener Aussage wie ihr eigenes.

Na dann ist ja alles gut. Freizügigkeit für alle! Jetzt! 🙂


Responses

  1. Wo steht, dass das Kind den „Eltern“ zurückgegeben wurde? Für mich sieht das so aus, das die Kleine jetzt im Krankenhaus ist und das Pärchen im Knast.

    • Das verstehst du nur falsch. „Überlassen“ meint, dass es nach Aussage der liebenden Roma-Eltern ihnen übergeben wurde, nicht das sie es jetzt wieder in Empfang nehmen durften.

      • Danke für den Hinweis. Ich werde langsam alt.

  2. Sogenannte Vorurteile sind halt doch keine „Vorurteile“, sondern über Generationen vermittelte „Nachurteile“, also wertvolles Erfahrungswissen, das einem schweres individuelles Leid und böse Überraschungen ersparen kann. Ja ja.

    • Aber wo kommen wir denn damit hin? Wie viele Fachkräfte stoßen wir mit derartigen Ressentiments ab? Und was können Menschen für die vermeintlichen Fehler ihrer Vorfahren? Man sollte sich also vor Pauschalisierungen hüten und jedem Löwen erst einmal die Hand reichen bis er sie zweifelsfrei abgebissen hat. Und selbst dann sollte man seine Kindheit (autoritärer Vater, „König der Tiere“, Mutter musste das Essen ran schaffen) nicht außer acht lassen und alles entschuldigen. Denn sie wissen nicht was sie tun und wir schon gar nicht.


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