Verfasst von: markusoliver | April 16, 2013

Evangelische Kirche


Prälat erhält Disziplinarverfahren! Warum eigentlich? Ich denke schwul geht auch? Warum nicht auch eine Liebesbeziehung zu AngestelltInnen? Man wird weiter fragen müssen, ob nicht auch Romanzen mit Tieren unter das seelische Selbstbestimmungsrecht unserer Seelenexperten gehören. Wo die „Liebe“ hinfällt…

mal im Ernst: Wundert sich noch jemand? Wenn die „Ehe“ von der „Liebe“ getrennt wird bzw. diese Begriffe seelisch entkernt werden und man daraus rein „rechtliche“ (was soll das eigentlich noch sein, wenn man den Begriffen jegliche religiöse Bedeutung nimmt?) Bindungen macht… ach, was soll es… es hat ja keinen Zweck mehr. Auf Facebook dominiert das = Zeichen, weil alles gleich ist… alles.

Ich blogge weiter… privat gilt aber „going galt!“


Responses

  1. Wenn die “Ehe” von der “Liebe” getrennt wird bzw. diese Begriffe seelisch entkernt werden und man daraus rein “rechtliche” (was soll das eigentlich noch sein, wenn man den Begriffen jegliche religiöse Bedeutung nimmt?) Bindungen macht
    Ist das Juristenneusprech mit der Tendenz „Rückkehr zur Moral“?

    • Nö, erkläre ich Dir später, habe gerade zu tun

      • Bin gespannt.

      • Liebe im christlichen Sinn meint Liebe Gottes, also Bewahrung des Lebens. Mit Moral hat das nur ganz am Rande zu tun. Viel genauer kann man es in der deutschen Sprache nicht ausdrücken; es ist gemeint, dass man den anderen Menschen wegen seiner Existenz, wegen seines Existierens, liebt. Weil er ein seelenhaftes, lebendiges Wesen ist mit dem man sich zur Bewahrung des Lebens verbunden hat. Diese Liebe hat nichts mit dem Verlangen nach einem Menschen zu tun. Leider haben wir im Deutschen nur das eine Wort Liebe, im Griechischen ist es viel einfacher das auszudrücken: Agape, Eros, Philia… und das Wort für Liebe zum Kind ist mir leider entfallen. Vielleicht komme ich ja noch drauf.

        Ein Begriff von Liebe, wie er seit den 60er Jahren geprägt ist, meint im Grunde nur Verlangen. Wenn ein Mann und eine Frau heute „ich liebe Dich“ zueinander sagen, dann meint das eher Verlangen (nicht zwangsläufig sexueller Natur), als Liebe im göttlichen Sinn. Diese alte Art von Liebe war aber noch bis dahin üblich und gemeint, früher war die „platonische Liebe“ Grundlage bzw. Vorgänger der meisten Ehen. Dieses moderne „ich liebe Dich“ ist auch der Grund für das Scheitern so vieler Ehen. Wenn die Grundlage der Ehe nämlich Verlangen ist und das Verlangen nach 5 Jahren, 20.000 Paar dreckigen Socken und unzähligen verkochten Essen – sprich: nach Alltagserfahrung – am Ende ist, dann ist eben auch die Ehe am Ende.

        Mit so einem Begriff von Liebe können sich dann auch Homosexuelle „lieben“. Und weil wo die Liebe hinfällt der Mensch sich anpassen – also dem Verlangen nachgeben – muss; einem Verlangen nicht sofort nachzugeben ist in unserer heutigen Konsumgesellschaft ein politisches Todesurteil; muss eben auch die Homosexuellenehe eingeführt werden. Man achte auf das Wortspiel.

        Natürlich will man in so einer Verlangensehe auch nicht das Leben bewahren. Jedenfalls nicht als Grundlage. Also schluckt die Frau die Pille, treibt schon einmal ab wenn es erforderlich ist um dem Verlangen nach „Selbstbestimmung“ nachgeben zu müssen und selbstverständlich ist die Karriere wenigstens gleich wichtig wie die Zeugung von Nachwuchs. Womit wir beim Ehegattensplitting sind, das weg kann, weil die Alleinverdienerehe eine Form der alten Ehe, der Liebe im alten Sinn, war. Im neuen Modell stört das Ehegattensplitting nur. Mir fehlt leider gerade die Fantasie dafür zu ermitteln, in welche Richtung sich das deutsche Unterhaltsrecht in Zukunft entwickeln muss. Vielleicht komme ich ja noch darauf.

        So, das war es. Vielleicht poste ich das noch als Artikel.

  2. Das hast Du sehr gut erklärt, MO.
    Wusste gar nicht, dass Du theologisch so reflektiert bist. Aber genau das ist der Punkt, an dem man sehen kann, ob Klerikale selbst noch glauben,lieben und hoffen, ich habe da oftmals meine Zweifel.
    Grüße


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