Verfasst von: markusoliver | Dezember 29, 2012

Henryk M. Broder ist mein Gott


Man kann geteilter Meinung sein, ob Jakob Augstein wirklich ein Antisemit ist oder nicht. Ich glaube das ehrlich gesagt nicht. Obwohl ich mir auch nicht sicher bin.

Richtig geil ist aber was ich eben auf der taz gelesen habe: Das Simon Wisenthal Center hat Jakob Augstein in die Top Ten der Antisemiten aufgenommen!

Also *räusper* ich gehe ja mal davon aus, also dass… also da ist ja ein Herr Broder, der von SPON zu Welt Online ging und dem der Augstein schon geraume Zeit auf den Keks ging… kann es nicht sein, also mal unterstellt… der Broder hält sich ja öfter in den USA auf… also so bei einem Bierchen oder einem Sabbat-Wein…

Volltreffer, versenkt.

Das war es mit dem Vorhandensein in der deutschen Medienlandschaft. Augstein ist vernichtet. Er weiß es noch nicht, aber es ist nur eine Frage von Monaten, bis er es realisiert. Er wird nicht mehr in die vielen tollen Fernsehshows eingeladen werden, er wird langsam aber sicher immer weiter geschnitten werden.

Henryk M. Broder: Chappeau! Das war ganz großes Schach! (Oder auch nicht, ich dichte es jedoch voller Freude in mein Idol hinein!)

Nachtrag: Was mich stutzig macht, ist, dass die anderen Medien überhaupt nicht über diese Auszeichnung berichten. Es scheint eine Art der Solidarität mit Augstein zu geben. Man sollte doch meinen, dass wenn einer der ganz Großen der deutschen Medienlandschaft, der ständig im Fernsehen präsent ist, vom Simon Wiesenthal Center eine solche Auszeichnung erhält, dass dann alle darüber berichten.

Mitnichten! Wie kann denn eine solche Auszeichnung ihre Wirkung verfehlen? Unfassbar! Man lernt nie aus!

 


Responses

  1. Broder ist nicht unser Freund.

    „Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen. “

    Broder im Interview mit Hagalil (Link: http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/europa.htm)

    • Ja, klar! Aber dieser Schuss – die Überfremdung Deutschlands – geht ganz klar nach hinten los! Ich schreibe in den nächsten Tagen was dazu.

      • MO, das ist keine Frage: je mehr kommen, um so schneller kentert das Boot. Und in heimischen Gewässern schwimmt man besser.

        Das hat aber nichts damit zu tun, daß Leute wie Broder nicht zu uns gehören. Die erzählen uns, daß „wir“ bunter werden müßten und einem anderen Publikum, daß es eine Tragödie sei, wenn ihresgleichen nicht unter sich heiratet. Und ja: das kann man nachlesen, z.B. auf ynews.

  2. OT:
    Steinbrück hat unterdessen das nächste Eigentor versenkt 😀

    http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-28783/verhaeltnismaessig-unterbezahlt-peer-steinbrueck-kritisiert-kanzlergehalt-als-zu-niedrig_aid_889240.html

    • Er hat doch recht! Was der Bundeskanzler verdient, ist für diesen Aufgabenbereich ein Witz.

      Was jedoch in dieser Debatte peinlichst vermieden wird, keiner spricht es an, ist der nachgelagerte Gehaltsbestandteil – nämlich die fürstlich-lebenslange Pension, schon nach lächerlich wenigen Dienstjahren in einer Höhe, für die unsereins mehrere Jahrhunderte lang den Höchstsatz einbezahlen müsste.
      Man überlege mal, wieviel Helmut Schmidt seit 1981 bezogen hat – und zwar inklusive aller Vergünstigungen wie etwa Büro, Sekretärin, Dienstwagen, Personenschutz (Vorträge für mindestens 15.000$), Krankenfürsorge, usw. usw. usw.
      Wie man an Gas-Gerd sieht, ist eigene Vorsorge für das Alter auch von Bundeskanzlern machbar.

      • „Existenzdruckfreie Zone“ – das wollte ich noch schreiben. Die Eintrittskarte in diese Zone ist im Kanzlergehalt sozusagen mitinbegriffen. So ein lebenslang gewährter, im wahrsten Sinne „geldwerter“ Vorteil, ist doch nicht zu verachten, oder?

  3. Oliver, halluzinierst Du jetzt etwas von jüdischer Dominanz der Medien?
    Dann auch noch die Anspielung auf „die Ostküste“, Du bedienst billige antisemitische Klischees.
    Den Walserbastard muss man auch nicht versenken, der tut das selber ohne es zu merken.

    • Ostküste?

      • „Ostküste“ ist in einigen nationalen Kreisen Substitut für das „internationale Finanzjudentum“.

        Bzgl. „jüdischer Dominanz der Medien“ als „antisemitisches Klischee“: entweder gibt es die, dann wären aus der Verbreitung „antisemitischer Klischees“ bedingte Folgen eine Bestätigung derselben, oder es gibt diese nicht, dann gibt es keinen Grund, vor enventuellen Folgen zu warnen. Zumal derartigen Warnungen immer ein Geruch von Totschlagargument anhaftet.

        Dazu als Kommentar: wer immer springt, der mag ab und an übersehen, daß garkein Stöckchen da ist.

        Und als weiterer zu „eventuell vorhandenen böswilligen Personen“, wegen denen man sich „wasserdicht ausdrücken“ müsse: Derrida. Wenn es solche gibt, dann interpretieren die sowieso alles um. Genau dafür ist der Dekonstruktivismus geschaffen worden. Aber selbstverständlich ist es besser, wenn Du Dir vorher überlegst, was Du sagst, eine Art „Sprachhygiene“ einführst. Man weiß nämlich nie, wer da mitliest und wie der Dich für einen falschen Zungenschlag bestrafen kann. Also besser stille sein!

        Und als Nachtrag: Saul Alinsky / Rules for Radicals.

    • Ich meine genau das Gegenteil als „jüdische Dominanz der Medien“ beschrieben zu haben.

      • Du hast davon geschrieben, dass er oft in die USA fährt.
        Ich will Dir auch nichts unterstellen, ich möchte aber, dass Du Dich wasserdicht ausdrückst, weil böswillige Personen, könnten es so interpretieren. Hier ist alles öffentlich, Du bist Jurist, Du musst das wissen.
        P.S.: Ich weiß, dass Du kein Antisemit bist, aber Du bringst mit schöner Regelmäßigkeit verfängliche Kommentare. Eine Steilvorlage, für einen rhetorisch versierten, der Dich drankriegen will.

  4. Zu Deinem Nachtrag: ich habe ernsthaft überlegt, ob ich als ersten Kommentar reinschreibe, daß genau das passieren wird, aber mich dann entschieden, mich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen.

    Es wird mit Sicherheit eine Reaktion geben, weil das SWC einen echten oder gefühlten Bedeutungsverlust nicht hinnehmen wird. Vielleicht sorgt Augstein aber auch selbst für diese, indem er die Juden (ja, Adressat wird die Öffentlichkeit sein, aber an jene ist es gerichtet) belehrt, was echter und was falscher Antisemitismus ist und wie sie diesen von jenem zu unterscheiden haben. Das Schauspiel beginnt erst. Die Beteiligten sind ja auch nicht gerade für Kompromissbereitschaft und Deeskalation bekannt.

    Und das Beste ist: das kostet nichtmal GEZ.

    • Bislamg verteidigt die FAZ ihn sogar:

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/antisemitismus-vorwurf-eine-offene-gesellschaft-12011369.html

      • Ja, aber wie. Nämlich indem die FAZ schon in der Überschrift Bezug auf „Die offene Gesellschaft“ von Karl Popper nimmt. Hier wird also das inhaltliche Argument weitgehend durch den Verweis auf einen anderen, entgegengesetzt argumentierenden jüdischen Intellektuellen ersetzt.
        Damit wird diese Debatte – negativ ausgelegt – zu einem jüdischen Selbstgespräch.
        Was haben wir offenbar zu lernen: Wir müssen jedes mal, um irgendeine Position öffentlichwirksam zu behaupten, schauen, ob wir einen Juden finden, der der gleichen Ansicht ist oder war. Guck mal ich hab einen, also hab ich gewonnen.

  5. Es ist schon interessant, wer die Hoheit hat, andere Leute medial zu vernichten. Na und? Augstein mag keine Juden. Broder stinkt das. Er will Menschen, die Juden herzen, kuscheln und ihnen in den Arsch kriechen. Wer das nicht tut ist Antisemit und damit zu erledigen. Und daß H.M. Broder jemand ist, der die europäische Kultur erhalten möchte, na, das glauben nur noch ganz Naive. Je mehr Überfremdung, desto Broder. Ich erinnere an das Beispiel vom deutschen Rentner, der in der Türkei seine Rente ausgiebt. Danach hat nun auch das Zimmermädchen aus Antalia das Recht, nach Deutschland einzuwandern und sich auf Rügen niederzulassen. Sinngemäß H.M. Broder. Den Unterschied zwischen Rentnern, die auf niemandes Kosten leben und Arbeitsplätze in der Türkei schaffen, indem sie ihre Rente verkonsumieren, und dem Zimmermädchen, das mit seinen Türkischkenntnissen wohl kaum in Deutschland in der Hotelbranche unterkommt, sondern eher von Sozialhilfe leben wird, verschweigt er bewußt.

    Es steht natürlich jedem frei, welche Götter er verehrt.

    • Es geht mir doch nicht um den konkreten Streit, sondern um das elegante Schach! Als ob mich interessieren würde, ob Broder für oder gegen Überfremdung ist! Und als ob mich interessieren würde, ob Augstein dafür oder dagegen ist. Aber den dummen Augstein so zu foppen, das war schon große Klasse, vor allem nach seiner Ansage, dass die Bezeichnung Antisemit eh niemanden interessieren würde! Auf die Nummer mit dem SWC muss man erstmal kommen.

  6. „dass die Bezeichnung Antisemit eh niemanden interessieren würde“

    Tut sie in der Praxis auch nicht. Zu oft verwendet, ist abgenutzt.

    Dazu braucht es schon den passenden medialen Rahmen: Berufsempörer, sich die Kleider zerreißende MENSCHEN und gehörig Tamtam und Budenzauber und natürlich Publikum, das „Ooohhh“ und „Aaahhh“ und „verbrennt die Hexe“ ruft – in Erwartung eines Autodafé.

    Dieses Stigma wird verwendet um einen einzelnen vorzuführen, damit DER sich schlecht fühlt.

    Was Augstein gesagt hat – in Wahrheit -, das ist, daß es IHN nicht interessiert, ob jemand anders als Antisemit bezeichnet wird. Was natürlich auch daran liegt, daß seinesgleichen sich mit Diffamierungskampagnen auskennt.

    Vielleicht sollte mal irgendein Sprachfutzi eine wissenschaftliche Arbeit anfertigen zum Thema: „Folgen des Ausfalls des Antisemitismusbegriffs als Argumentationsstütze“.


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