Verfasst von: markusoliver | Dezember 20, 2012

Sogenannte Autohersteller


Neue Kategorie! Wir hatten uns vor einiger Zeit für einen vermeintlich familienfreindlichen Autohersteller aus Frankreich entschieden. Zuletzt einen Wagen in der Größe eines VW Golf, als wir ihn kauften hatte er 20.000 km runter, mittlerweile sind es 75.000 und wir haben alle Inspektionen und bisherigen Reparaturen direkt beim Hersteller machen lassen. Das waren nicht wenige, soviel darf gesagt werden.

Nun, nach gerade einmal 75.000 km ist das Getriebe defekt. Der Meister der Werkstatt konnte es kaum glauben, nach seiner Einschätzung darf ein Getriebe bei so einem Fahrzeug nicht nach 75.000 km defekt sein. Reparaturkosten: ca. 2.700 Euro.

Auf sein Anraten hin nahm ich gestern Kontakt zur Kundenhotline vom Hersteller auf und bat um „Sonderkulanz“. Sonderkulanz deshalb, weil das Computerprogramm des Herstellers bei der Eingabe von 75.000 km bezeichnenderweise die Kulanz erst einmal ausschließt!

Das muss man sich mal vorstellen! Heutzutage werden Autos gebaut, bei denen der Hersteller davon ausgeht, dass das Getriebe nach 75.000 km wohl regelmäßig so abgenutzt ist, dass es ausgetauscht werden muss. Regelmäßig kommt bei 75.000 km bei einem defekten Getriebe dieses Herstellers also keine Kulanz in Betracht.

Zur Verweigerung einer regelmäßigen Kulanz kommt man ja nur, wenn man selbst davon ausgeht, dass das, was man herstellt, schlechter Qualität ist.

Ich war natürlich sauer bis über beide Ohren, wenn nicht gar hasserfüllt. So eine Scheiße verkauft man mir nur einmal!

Ich erzählte dem Meister von einem alten Benz 200 D, den ein Bekannter von mir hat. So einen in Rot, wie man sie noch recht häufig sieht. Über 20 Jahre alt, mehr als 1 Million km auf dem Tacho und nur eine einzige Reparatur! Das war ein Kühlschlauch, der auf der Fahrt nach Griechenland in Serbien riss und für 20 Euro getauscht werden musste. Das war es, der Wagen läuft und läuft und läuft. Zwar hat er eine „rote Plakette“, aber er fährt!

Der Meister lachte und sagte, das wäre auch seine Wahl heutzutage. Autos würden heute nämlich ganz generell nur noch für eine Lebenserwartung von 8 Jahren gebaut werden. Das würde zwar niemand zugeben, sei aber jedem mit Ahnung bekannt. Die verbauten Teile seien alle von extrem schlechter Qualität. Um Sprit zu sparen und den ganzen Tinneff unterzubringen würde einfach leichter, sprich weniger haltbar, produziert.

Nur sagte der Meister, dass auch dann ein Getriebe nicht nach 75.000 km defekt sein dürfte. Er sei daher zuversichtlich, dass der Hersteller einen beträchtlichen Teil der Kosten übernehmen würde.

Ich konnte es nicht glauben. Einen beträchtlichen Teil!

Ich erwarte, dass der verschissene Hersteller, bei dem ich seit Jahren Autos kaufe, gefälligst alles übernimmt!

Wenn die das nicht machen, dann werde ich die nächsten 30 Jahre als Rechtsanwalt – und später auch Notar – damit zubringen jedem der mir in einer vertraulichen Beratung als Mandant gegenübersitzt, nachdrücklich von diesem Hersteller abzuraten! Jedem!

Mein nächstes Auto ist ein alter 200 D! Da ich sowieso in eine Kleinstadt ziehe, kommt es auch auf die rote Plakette nicht an. Und selbst wenn doch: die Tickets sind billiger als die Reparaturen, inklusive der Punkteabbau-Seminare!

Nachtrag:

Das Ergebnis der „Kulanzprüfung“ ist, dass ich auf 1.000 Euro sitzenbleibe, 1.500 übernehmen Renault und die Werkstatt.

Mir reicht es! Ich habe dem Meister heute gesagt, dass es mir scheißegal ist, ob die was übernehmen oder nicht. Aber ich habe ihm auch gesagt, dass ich die nächsten 30 Jahre Rechtsanwalt und bald auch Notar bin. Damit bin ich ein „Multiplikator“. Ich habe ihm erzählt, dass Renault in mir einen Feind für das ganze restliche Leben hat, ich werde dafür sorgen, dass jeder mit dem ich zu tun habe, einen großen Bogen um Renault macht. Nie wieder diesen Dreck!


Responses

  1. Wie kann man nur einen Franzosen auf 4 Raedern kaufen…
    Dass auf ‚Verschleiss‘ gebaut wird ist schon seit einigen Jahren, ein guter Mechaniker (ehemals beim 3 Buchstaben Hersteller angestellt, und jetzt freier Mechaniker) fasst schon gar nichts mehr an wenn es nach 2003 gebaut worden ist und aus Bayern kommt: das sind permanente Baustellen wenn die 150’000 erreicht sind (na ja, doppelt soviel wie die Franzosen scheinbar) Seiner Meinung nach die einzigen die noch nicht auf Verschleiss bauen sind die Sportler aus dem Suedwesten.
    Ein Bekannter hat einen recht ‚jungen‘ Mercedes, dem ist die Klima gestorben: der Inhalt der Kartusche mit dem Entfeuchter hat sich aufgeloest, die Klima musste komplett getauscht werde, Kulanz: nix von Mercedes, der Freundliche hat die haelfte uebernommen (blieben aber trozdem einige Tausender zu zahlen).
    Fazit: entweder fast neu mit langer Garantie oder richtig alt kaufen…

    Frag mal deinen Mechaniker ob er dir nicht ne Gruene drauf klebt, einige machen sowas 😉

  2. Bin ich froh, dass ich kein angemeldetes Auto mehr besitze!
    Kürzlich wurde wieder eine Erhöhung der öffentlichen Parkgebühren angekündigt, die Parkhäuser werden wie immer nachziehen. Kein Stress mehr mit: Stau, Parkplatzssuche, Berufsverkehr, Blechschäden, Kratzer im Lack, Knöllchen, Politessen, Automechanikern, Sonntagsfahrern und Deutschlands größter offener Psychiatrie – der Autobahn! Dazu keine Spritkosten, noch KFZ-Steuer, noch Versicherungen, noch Privattaxidienste, noch Reparaturen noch Verschleißteilersatz.

    Aber da gibt es noch dieses Wirtschaftsswundererbstück meines Großvaters – der mit dem Stern. Sollte ich den jemals wieder fahren, muss ich mir eine Lösung für den tigerpanzerartigen Spritverbrauch einfallen lassen, aber trotzdem: Wenn man ein Ersatzteil braucht, dann geht man mit dem Teil zur nächsten Metallbauerwerkstatt und bekommt geholfen.

    Deshalb 5 Sterne für diesen Beitrag.

  3. Ich versteh auch nicht wer Sie geritten hat einen Franzosen zu kaufen. Das ist doch Allgemeinwissen das die nichts taugen. Ich hatte als Erbstück mal einen Citroen AX. War BJ 97 (ca. 65.000kkm) und konnte dann gewinnbringend bei der Abwrackprämie umgesetzt werden. Das Ding hatte kein Radio, ab 80 km/h verstand man das eigene Wort nicht mehr, der Spiegel vibrierte so stark das man nur sagen konnte, dass etwas irgendwo hinter einem ist, auf dem Dach wuchs Moos, der Lack war miserabel und das Lenkrad (unfreiwillig) höhenverstellbar. Nicht zu vergessen das die Bremse mich einmal ganz fies im Stich gelassen hat. Der Mercedes E-Klasse BJ 92 hingegen läuft tadellos seit 350.000 km, nur die Stoßdämpfer sind durch.

    • Kaufgrund für einen Franzosen war, dass der Händler ein Schulfreund meiner Frau ist. Hochgradig zuverlässig und mit gutem Service. Nur eben dieses Fahrzeug ist der totale Reinfall. Jetzt wohnen wir 250 km von diesem Händler entfernt und der Wagen ist also nicht bei ihm zur Reparatur.

      Trotzdem war das mein letzter Renault, dRan ändert sich nichts mehr. Der nächste Wagen wird hoffentlich ein Benz, wobei ich hoffentlich sage, weil das von meiner Kanzlei abgängig ist. Je nachdem wo die Verbindungen hin haben werde auch ich mein Auto kaufen müssen.

  4. Ab und zu sehe ich meinen Benz 220 D /8 hier auf den Straßen wieder, den ich 1975 als Student mit 226.000 km auf der Uhr verkauft habe. Erkenne ihn sicher am falsch lackierten Kotflügel, mimosengelb statt Ahorngelb. Wie viel der jetzt wohl drauf hat?

    Mag nicht nachrechnen, was mich meine nachfolgenden 280 E, Audi 100/A6 usw. gekostet haben….
    Übrigens verbrauchte der 220er D auf Landstraße 5,5 l/100 km.

    • 5,5 l, davon träumen die heute! Ich habe von der Werkstatt einen Megane als Leihwagen bekommen und bin damit mit meiner kleinen Familie 200 km bei 90 km/h gefahren, um den Spritverbrauch zu testen.- Und es war der Weg zu den Schwiegereltern, da durfte es ruhig länger dauern -. Ergebnis: 6,8 l! Ein Armutszeugnis! Was das Teil verbraucht wenn es normal bewegt wird, werde ich auf dem Rückweg testen. Aber unter 9 l wird da wohl gar nichts gehen. Erbärmlich!


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