Verfasst von: markusoliver | November 14, 2012

Attest am 1. Tag


Wie das Bundesarbeitsgericht nun geurteilt hat, darf der Arbeitgeber schon am 1. Krankheitstag ein Attest vom Arbeitnehmer verlangen. Es darf es zudem ohne Begründung verlangen und er darf dabei einzelne Arbeitnehmer sogar unterschiedlich behandeln, d.h. er darf ein solches Attest von dem einen Arbeitnehmer verlangen und vom nächsten nicht.

Da bin ich ja mal gespannt, wann die erste Klage nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz erhoben wird! Denn bekanntlich werden Frauen häufiger mal für ein oder zwei Tage krank als Männer, was mit ihren Körperfunktionen zu tun hat.

Keine sehr kluge Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts, insbesondere nicht in Hinblick auf die Möglichkeit der begründungslosen Unterscheidung zwischen einzelnen Arbeitnehmern. Das gibt noch Theater.

Das Erste was Steinbrück machen sollte, ist, ein winziges Wörtchen im Entgeltfortzahlungsgesetz einzufügen, nämlich das kleine Wörtchen „nicht“.

§ 5 Abs. 1 Satz 3 Entgeltfortzahlungsgesetz würde dann lauten:

Der Arbeitgeber ist nicht berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung früher zu verlangen.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, werte Leser! Ich bin nicht für das Blaumachen auf Kosten der Arbeitgeber! Aber ich bin dagegen, dass sich die Arbeitgeber Kosten der Personalaufsicht vom Gesundheitssystem bezahlen lassen, sprich:

Dieses Urteil wird nicht einen einzigen Krankheitstag verhindern, aber andererseits dazu führen, dass die Kosten für die einzelnen Krankheitstage steigen! Eine solche Rechtslage kann nicht einmal für Mitglieder der FDP akzeptabel sein, schließlich sind die doch immer für Bürokratieabbau! Außerdem dürfte dieses Urteil die Betriebsräte besonders interessieren, noch ein Grund mehr für vor den Arbeitsgerichten durchsetzbaren Betriebsvereinbarung. Das gibt ordentlich Stunk, den übrigens die Arbeitgeber bezahlen.

Dieses Urteil erreicht das Gegenteil von dem nach dem es klingt! Es ist großer Mist!


Responses

  1. Was heißt das eigentlich? Muss das Attest am ersten Fehltag ausgestellt, oder vorgelegt werden?

    • Weder noch. Es muss für den ersten Fehltag ausgestellt sein. Das kann aber auch der Fall sein, wenn ein Kranker es erst am nächsten Tag schafft zum Arzt zu gehen. Dann muss es unverzüglich zum Arbeitgeber versandt werden, Postlaufzeiten sind nun einmal nicht zu vermeiden. Auch können medizinische Gründe (Bewegungsunfähigleit) vorliegen, die den Arbeitnehmer daran hindern das Attest sofort abzuschicken.

      • Telefax?

      • Kann man nicht zumuten.

  2. Das kommt man doch ins Grübeln:

    Tina K. und Kaze C. wollen mit Hilfe von Roland Weber in den nächsten Tagen einen gemeinnützigen Verein gründen. Er soll „I am Jonny“ heißen. Geplant war eigentlich die Bildung einer Stiftung. Doch das, sagt Weber, hätte Monate gedauert. Deswegen zunächst dieser Verein. „Damit nicht so viel Zeit vergeht und das Schicksal meines Bruders nicht in Vergessenheit gerät“, sagt Tina K. Die 28-Jährige hat auch schon viele Ideen: „Wir wollen in Schulen gehen und mit den Kids über die Vermeidung von Gewalt reden“, sagt sie. „Und darüber, dass alle Menschen gleich sind. Berlin ist eine Multi-Kulti-Stadt, wir sollten alle friedlich miteinander leben können.“

    http://www.welt.de/vermischtes/article111081077/Damit-niemand-ihren-Bruder-Jonny-vergisst.html

    Da wurde ihr Bruder von einer Horde Herrenmenschen totgeschlagen und sie gründet was? Nein, nicht einen Verein zur Förderung der Ausschaffung krimineller Ausländer und zur Hilfe deren Opfern, sondern einen Anti-Gewalt-Ichmalmirdieweltwiesiemirgefällt-Schwafel-Bude, in der wieder Sozialpädagogen und ähnliche Geisteswissenschaftler den Finger hochhalten dürfen! Den Gemeinnutz verfehlt sie damit deutlich. Ist doch nicht zu fassen.

  3. Meinst Du es lohnt sich, das Spiel zu gucken – oder sollte ich mich durch mein Buch arbeiten und mich mit dem Ergebnis begnügen?
    Ansonsten müsste ich jetzt noch los zum Supermarkt und mir ’ne Flasche Helles holen (oder auch zwei).

    • Kommt auf das Buch an.

      • Fachliteratur, also kein besonders Vergnügen.

        Israel will den Krieg gegen den Iran und klärt nun schon einmal vorbereitend die Heimatfront, wie es aussieht.


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