Verfasst von: markusoliver | Juli 11, 2012

Dies und das


1. Zu der ganzen Geschichtsscheiße schreibe ich die Tage mal was, mir fehlt im Moment Zeit.

2. PI bring ein Panorama-Video über „Zufälle“ Im Zusammenhang mit dem Verdächtigen aus dem Kasseler Internetcafe. Der Ex-Verfassungsschützer wird befragt, tischt Panorama die abenteuerliche Geschichte auf er habe während der Schwangerschaft seiner Frau dort mit einer Dame gechattet und kommt bei Panorama damit auch durch! Die superinvestigativen Journalisten glauben diese Kacke! Beim Verfassungsschutz ist man noch nicht mal in der Lage richtig zu lügen! Siehe nur das ganze armselige Aussageverhalten vor den Untersuchungsausschüssen. Ich weiß nicht worüber ich mehr lachen soll, über die Zeugen vom Verfassungsschutz die so einfach strukturiert sind oder die dämlichen Befrager, die es nicht schaffen diese Leute endlich mal in Widersprüche zu verstricken und Druck aufzubauen!

Meine Einschätzung zum Vorgang in Kassel ist folgende:

Es bleibt zu fragen, welcher Behörde man eigentlich den konkreten Vorwurf des Versagens machen muss. Polizei/Staatsanwaltschaft oder einem Amt für Verfassungsschutz?
Kritisiert wird ja nun häufig, dass bei der Tat in Kassel ein Beamter des hessischen Verfassungsschutzes zur Tatzeit im Laden gewesen sein soll. Angeblich um dort ungestört nach Partnerkontakten im Internet Ausschau zu halten. Ich halte diese Ausrede für geradezu lächerlich. Selbstverständlich ist ein Beamter eines Amtes für Verfassungsschutz nicht zufällig in irgendeinem kleinen Laden in Kassel und surft dort im Internet, während der Ladeninhaber mit einer schallgedämpften Waffen hingerichtet wird. Das wäre ein wenig viel des Zufalls.

Viel wahrscheinlicher ist, dass der Beamte als Teil eines Obervationsteams im Laden anwesen war. Das würde bedeuten, dass man die beiden Täter observierte und genau wusste, auf welchen Laden sie es abgesehen hatten. Bei Observationen schickt man in solchen Situationen gerne jemanden vorweg in das Objekt, um herauszufinden, was die Täter dort wohl vorfinden werden, um die Lage im Voraus beurteilen zu können. Vielleicht kann man auf diese Art und Weise schlimmeres verhindern. Zum Beispiel ein Massaker an kleinen Kindern.

An dieser Stelle bitte ich in Erinnerung zu rufen, dass die Verfassungsschutzbehörden zu dieser Zeit noch panisch gewesen sein müssen, sie also davon ausgingen, dass es sich um Auftragsmorde gehandelt haben musste. Da man nichts über dieses vermeintliche Netzwerk wusste, entschied man sich wohl weiter zu observieren. Man klärte den Laden

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also so gut auf wie es ging und ließ was dann geschah einfach geschehen. In der Hoffnung, so die Täter verfolgen zu können.
Natürlich muss den Beamten in diesem Moment klar gewesen sein, dass der Ladeninhaber sterben würde. Aber da man ihn ohnehin für einen Teil eines Netzwerkes hielt und man als Geheimdienst der Strafverfolgung nicht verpflichtet ist, konnte man so handeln.

Um es kurz zu machen: Man kannte die Täter, observierte sie, hatte einen Grund sie weiter zu observieren und ließ die Dinge ihren Lauf nehmen. Das ist zwar meine Spekulation – darauf möchte ich unbedingt hinweisen – aber einen Grund (abgesehen vom Zufall) habe ich nicht dafür, dass ein Beamter des Verfassungsschutzes zur Tatzeit im Laden war. Der einzige nachvollziehbare und meiner Einschätzung nach wahrscheinliche Grund ist eine durchgeführte Voraufklärung des Tatortes.

Für diese Annahme spricht auch, dass der Beamte sich bei der Fahndung nicht meldete, obwohl er wusste, dass man ihn als Zeugen benötigen würde.
Es ist davon auszugehen, dass man beim Verfassungsschutz von der Skandalträchtigkeit dieses Vorgehens wusste und es besser verschweigen wollte. Ich möchte darauf hinweisen, dass ich dieses Verhalten in der konkreten Situation für angebracht halte und ich der Ansicht bin, dass man den Beamten keinen Vorwurf machen kann. Denn sie sind Beamte eines Geheimdienstes. Selbstverständlich haben sie einen Mord geschehen zu lassen, wenn es der Aufklärung nützt. Die Polizei war offensichtlich nicht in der Lage die Täter ausfindig zu machen und mit eigenen Kräften vor Ort zu sein. Ihr könnte man einen Vorwurf machen. Aber an die Adresse eines Geheimdienstes sind Vorwürfe in dieser Angelegenheit unhaltbar.

Nachzulesen in einem vorab veröffentlichten Entwurf eines Skriptes zum NSU. Ich habe mit der Arbeit daran aufgehört, um dem mir unsympathischen Edathy nicht auch noch mit Informationen zu füttern die er dann verwertet. Die Arbeit daran geht weiter, allerdings werde ich mir die nötige Zeit lassen.


Responses

  1. Die Verfassungsschützer sind ja gnadenlos kompetent.

    http://www.faz.net/aktuell/thueringer-untersuchungsausschuss-wenn-sie-es-genau-wissen-wollen-ich-war-betrunken-11815998.html

    Geschichtsscheiße??? Oder Gerichtsscheiße? Oder… eventuell… Staats-Anarchie? Für meinen Teil subsumiere ich das unter Dekadenz mit Tendenz zur Demenz.

    Wer hat in den letzten Tagen frühmorgens SAT1 geschaut?

    http://www.sat1.de/tv/fruehstuecksfernsehen/astro

    Die AstroTante liest mindestens so viel vom Teleprompter wie Obama. Schaut Euch das trotzdem mal an. Irre. Wie jubelt man die Totalkatastrophe dem Volke unter? Genau so gehts. Seit Tagen.

  2. Danke fuer das sehr interessante PDF Dokument, warte schon mit Spannung auf das Update!

  3. Danke, MO!
    Hoffentlch bekommen wir auch noch die vollständige Version zu sehen. 😉

    Was ist eigentlich wieder auf PI los? Schreibt Kewil ohne Kennung?

    Kretschmann will 11600 Lehrerstellen streichen – ich finde das toll!
    In BW werden die Lehrer immer noch verbeamtet und sind es zum größten Teil auch, also werden keine Stellen „gestrichen“, sondern nicht mehr besetzt. Bravo, Kretsche! Ein Grüner für den schlanken Staat, wer hätte das gedacht!?
    Die verbeamtete Lehrerschaft führt dazu, dass gute Lehrer aus anderen Bundesländern, die unter der Schulleiterebene nicht mehr verbeamten, abgeworben werden.
    Auch wird in immer mehr weiterführenden Schulen Spanisch, statt Französisch als 2-3 Fremdsprache gelehrt, aber man wird die verbeamteten Lehrer natürlich nicht los, eine Weiterbildung ist auch nicht zu erwarten. Also was tun? Man führt im gesamten Grenzgebiet zum Elsass Französisch als erste (!) Fremdsprache ein.

    Eine kleine Begebenheit aus meinem Bekanntenkreis:
    Ein Bekannter in den späten Zwanzigern kommt irgendwie auf die Idee, dass so eine Beamtenpension doch toll wäre und beginnt in BW an einer Pädagogischen Hochschule auf Lehramt zu studieren. Die Verbeamtungsgrenze liegt regulär irgendwo so um die 30, bei gesuchten Fächern werden wohl auch Ausnahmen gemacht. Also hat er sich ausgerechnet, dass er das noch hinbekäme.
    Er ist eigentlich ein schlauer Kerl, aber was studiert er? Kein Gymnasiallehramt, noch irgendeine mintige, gesuchte Fächerkombination. Also genau das Zeug, wo er von bienenfleißigen, hübschen und fügsamen Mädels Druck bekommt.
    Bei der letzten BW-Wahl fragte ich ihn, was er wählen würde – er antwortete sinngemäß:“Natürlich die Grünen, denn die grüne Krähe hackt den Beamten kein Auge aus!“ – da war ich schon erbost, aber man will ja nicht immer Unfrieden stiften.
    Jetzt geht ihm der Arsch auf Grundeis.

    Auf der anderen Seite würde es mich interessieren, wie PI nun schreiben würde, wenn Kretschmann 11600 neue Beamten einstellte – wahrscheinlich „Grüner Sozialist Kretsche schafft 11600 Staatsstellen, war doch klar!“.

  4. Weiss nicht ob das mehr Verstaendnis ueber Geheimdienste in D. bringt:
    https://nsuleaks.wordpress.com/2012/07/10/untersuchungsbericht-uber-in-den-medien-dargestellte-vorgange-in-dem-thuringer-landesamt-fur-verfassungsschutz-und-deren-auswirkung-auf-die-funktionsweise-des-amtes/


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