Verfasst von: markusoliver | März 12, 2012

Das nie geführte Interview


Der Redaktion des Meinungssöldners ist gelungen, was mehrere Journalisten jahrelang erfolglos versucht haben:
Der legendäre Markus Oliver – a.k.a. „Die Stimme aus dem Off“ – hat ihr ein exklusives Interview zum Nahostkonflikt und seinen Hintergründen gewährt. Wir präsentieren dieses Interview nicht ohne einen gewissen Stolz, enthält es doch Antworten, die der Leser in dieser Form bislang in der Presse nicht finden konnte:

Redaktion: Zunächst einmal guten Tag und ein „Wie geht es Ihnen“? vorweg.

Markus Oliver: Guten Tag, Danke der Nachfrage. Es geht mir sehr gut.

Redaktion: Sind Ihre Verletzungen gut ausgeheilt?

Markus Oliver: Offenbar so gut, dass ich Ihnen dieses Interview gewähren kann, aber bitte verschwenden Sie nicht unnötig meine Zeit.

Redaktion: Gut, dann wollen wir gleich anfangen. Aktuell erscheint auf Spiegel Online ein Artikel über von Assads Millizen begangene angebliche Massaker an Frauen und Kindern. Was halten Sie davon?

Markus Oliver: Haben Spiegel Online oder Der Spiegel irgendwelche Beweise für die Verstrickung Assads in diese Verbrechen?

Redaktion: Nein, zumindest werden sie nicht veröffentlicht.

Markus Oliver: Dann gehen Sie mal davon aus, dass es sich um reine Spekulation handelt. Und dümmliche noch dazu.

Redaktion: Warum dümmlich? Assads Verbrechen sind doch weltbekannt!

Markus Oliver: Was bekannt ist, ist die veröffentlichte Meinung irgendwelcher Redaktionen. Tatsachen aus Syrien sind derzeit nur schwer zu erhalten. Ob hinter jedem Assad-Verbrechen wirklich Assad steckt, wage ich zu bezweifeln.

Redaktion: Gut, aber Assad befindet sich derzeit doch in einem Abwehrkampf. Sind in seiner verzweifelten Lage nicht derartige Verbrechen wahrscheinlich?

Markus Oliver: Ob sich Assad wirklich in einem Abwehrkampf befindet wage ich schon zu bezweifeln. Selbst unterstellt er würde sich in einem solchen befinden, wäre dies ein Grund derartige Verbrechen nicht zu begehen. Denn es ist doch klar, was solche Massaker bewirken: Die arabischen Stämme, die allesamt nach dem Prinzip der Rache leben, werden nach diesem Massaker – wer immer es auch begangen hat – nach Rache streben.

Redaktion: Wenn Assad nicht hinter diesen Verbrechen steckt, wer dann ihrer Meinung nach? Die CIA?

Markus Oliver: Ach bitte, machen Sie sich nicht lächerlich! Die CIA ist eine riesige Organisation. Sie hat kein Interesse an derartigen Massakern und ich wüsste auch nicht, dass die CIA jemals so etwas durchgeführt hätte!

Redaktion: Aber in linken Kreisen wird die CIA doch für eine Reihe gruseliger Aktionen verantwortlich gemacht.

Markus Oliver: Glauben Sie mir, die CIA hat kein Interesse an so einer Aktion. Die CIA ist eine Behörde, bei der Referenten im Learjet durch die Weltgeschichte fliegen und Personenschutz genießen. Bei anderen Diensten wie dem BND bekommt das höchstens der Leiter und der hat auch nicht immer einen Learjet zur Verfügung.

Die CIA ist eine Behörde, die über gewaltige finanzielle Mittel verfügt. Alles was von der CIA kommt hat mit viel Geld zu tun. Immer, ausnahmslos! Der Grund dafür liegt darin, dass man es sich bei der CIA nicht leisten kann „preisgünstige“ Operationen zu starten. Merken nämlich die verantwortlichen Haushaltspolitiker erst einmal, mit was für preisgünstigen Mittel man operativ tätig sein kann, wird schnell zusammengestrichen. CIA-Arbeit ist daher immer mit Satelliten, Drohnen, Millionen von Dollars und jeder Menge Wichtigtuerei verbunden. Außerdem will sich bei der CIA kein Mensch derart die Hände schmutzig machen. Wer ein Massaker an Frauen und Kindern begeht würde sich im internen Machtkampf schnell auf der Abschussliste wiederfinden.

Die CIA macht so etwas nicht.

Redaktion: Wer dann?

Markus Oliver: Das kann derzeit niemand mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten, außer der oder die Täter. Es spricht allerdings sehr viel für eine Beteiligung des DGSE.

Redaktion: Der französische Auslandsgeheimdienst?

Markus Oliver: Genau.

Redaktion: Eine ungeheure Unterstellung!

Markus Oliver: Nur wenn man die Geschichte des DGSE nicht kennt.

Redaktion: Der DGSE ist doch bisher eher durch Bombenattentate wie das auf die „Rainbow Warrior! aufgefallen!

Markus Oliver: Also wenn das Ihrer Meinung nach eine Verstrickung des DGSE unwahrscheinlicher macht… aber gut. Denken Sie an Ruanda. Denken Sie an die Operationen in Libyen. Denken Sie an die Operationen in Mali und der Elfenbeinküste. Der DGSE steckt knietief im Blut.

Redaktion: Wirklich ein schwerer Vorwurf!

Markus Oliver: Wie schon erwähnt: Ich beschuldige niemanden. Aber wenn ein solches Massaker auf jemanden hindeutet, dann auf Schergen im Auftrag des DGSE.

Redaktion: Welches Interesse sollte der DGSE denn an solchen Taten haben?

Markus Oliver: Die Franzosen haben lange nicht die Mittel der Amerikaner. Sie wehren sich seit vielen Jahren gegen einen wachsenden amerikanischen Einfluss in der Region. Und sie tun das mit ihren bescheidenen Mitteln. Im Gegensatz zu den Amerikanern haben die Franzosen schon immer extrem stark auf die Informationsgewinnung durch Personen Wert gelegt. Sie sind im Nahen Osten bestens vernetzt. Und die Eröffnung von Bürgerkriegen zur Herrschaftssicherung ist das klassische Mittel der Wahl der Franzosen.

Redaktion: Aber warum Syrien?

Markus Oliver: Tja… zum einen sicherlich um neben Israel und den USA weiter in der Region mitzuspielen. Man sträubt sich auch gegen den wachsenden russischen Einfluss in Syrien und betrachtet die Russen als Konkurrenten in der Rolle als Schutzmacht der Christen des Libanons und Syriens. Frankreich sah sich bislang eher als Makler der Russen und möchte ungern, dass die Russen dort eigene geheimdienstliche Machtreservoirs aufbauen.

Zum anderen lässt sich sicher nicht verleugnen, dass Frankreich in zunehmenden Maße auch aus proisraelischen Motiven heraus handelt. Sarkozy und sein Lieblingsberater sind Juden bzw. stammen von Juden ab.

Redaktion: Jetzt werden Sie aber antisemitisch!

Markus Oliver: Überhaupt nicht. Ich behaupte ja nicht, dass die derzeitigen Operationen falsch sind, auch wenn das Abschlachten von Frauen und Kindern ein Mittel ist, das ich niemals wählen würde. Die Sicherheit des Staates Israel ist jedenfalls eher ohne als mit einem stabilen Syrien gewährleistet. Es ist mir aber wichtig, dass festgehalten wird, dass dies nicht das Hauptmotiv für das ggf. vorhandene Handeln des DGSE ist, bitte stellen Sie das in der gebotenen Deutlichkeit dar! Hauptmotiv ist der Wunsch nach eigener Machtvergrößerung!

Redaktion: Darum der Krieg in Libyen und Syrien?

Markus Oliver: Ich würde das Machtstreben der französischen Bürokraten niemals unterschätzen. Die haben sich lange genug von Gaddafi und Assad auf der Nase herumtanzen lassen.

Redaktion: Aber halten Sie denn den Krieg von Assad gegen das eigene Volk nicht ganz grundsätzlich für falsch?

Markus Oliver: Ach wissen Sie, „Volk“ ist ein dehnbarer Begriff. Ich bestreite schon, dass Assad tatsächlich einen Krieg gegen ein wie auch immer geartetes „Volk“ führt. Das sind im Grunde Stammeskriege. Mit Staatlichkeit und Bürgerlichkeit hat das unten alles überhaupt nichts zu tun. Derartige Begriffe führen daher zwangsläufig in die Irre.

Redaktion: Sie waren in Ruanda?

Markus Oliver: Ja, mehrfach.

Redaktion: War es schlimm?

Markus Oliver: Als ich dort war lagen nur noch Leichen herum, Massaker gab es nur sehr vereinzelt. Aber der Geruch ist in bleibender Erinnerung geblieben.

Redaktion: Was haben Sie dort getan?

Markus Oliver: Kein Kommentar.

Redaktion: Waren Sie im staatlichen Auftrag unterwegs? Waren sie ein „Gerhard Conrad“?

Markus Oliver: (Lacht) Gerhard Conrad!

Redaktion: Warum lachen Sie?

Markus Oliver: Diese Geschichte treibt mir vor lachen die Tränen in die Augen. Entweder Gerhard Conrad existiert tatsächlich – dann wäre der BND bis auf die Knochen blamiert – oder er ist eine Fiktion, eine Art „Stellenbeschreibung“, dann sind es die Journalisten!

Redaktion: Sie glauben nicht, dass „Gerhard Conrad“ existiert?

Markus Oliver: Ich will es doch nicht hoffen! Sehen Sie… stellen Sie sich mal vor der Mann würde tatsächlich existieren. Er alleine hätte also all die Kontakte gehabt und alle Verhandlungen geführt. Jetzt stellen Sie sich mal vor was passiert, wenn der einen langen Schuh macht und sich für sagen wir 50 Millionen Euro an die Russen oder die Chinesen verkauft!
Der BND mit samt allen seinen Trotteln wäre bis auf die Knochen blamiert. Ich bete zum lieben Gott, dass er nicht existiert! Was würde das über unseren „Geheimdienst“ aussagen!

Redaktion: So haben wir das bislang noch nicht gesehen.

Markus Oliver: Sie sind ja auch nicht vom Fach. Man kann es Ihnen also nicht verübeln.

Redaktion: Also glauben Sie, der Mann ist rein fiktional?

Markus Oliver: Wie schon gesagt: Ich hoffe es. Aber ich bin dumme Journalisten und dumme Geheimdienstler gewohnt. Mich würde daher nicht überraschen, wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass es für die Journalisten UND die Dienste dumm gelaufen ist!

Redaktion: Jetzt wissen wir nicht mehr, was wir Sie fragen sollen. Sie haben uns aus dem Konzept gebracht.

Markus Oliver: Das bin ich gewohnt. Wenn Sie weitere Fragen haben stehe ich gerne zur Verfügung.

Redaktion: Wir danken Ihnen für dieses Interview.

Nachtrag: Warten Sie, jetzt fällt uns doch noch etwas ein! Die taz berichtet heute, dass Gadaffi wohl den Wahlkampf von Sarkozy finanziert haben soll! Was sagen Sie dazu?

Markus Oliver: Tja, so ist das eben. Haben Sie etwa erwartet, dass es keinerlei Kickbacks von afrikanischen Despoten an unsere hiesigen Herrscher geben würde? Unsere Regierungsschefs sind doch fast alle der Sehnsucht nach dem Superreichtum verfallen. Sarkozy mit seinen Freunden, Wulff… Obama nächtigt in den Hamptons bei reichen Freunden… und weil Berlusconi selbst Milliardär ist, neiden sie ihm alle sein Vermögen!


Responses

  1. Machst Du jetzt den Ewald T. Riethmüller?

    • Ich kenne niemanden der so heißt. Wer ist das?

      • Der hatte früher die Website „r-archiv.de“ mit haufenweise BND-Schoten. Googlen bringt da aber eher wenig….. fast alles wech …


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