Verfasst von: markusoliver | September 23, 2010

Die Fremdheit des Hasnain Kazim


Hasnain Kazim, dessen Name ich abschreiben muss, weil ich mir die Schreibweise auch nicht für Sekunden merken kann, echauffiert sich im Spiegel über „die Deutschen“.
Auf etwa einer DIN A4 Seite erklärt uns Herr Kazim – ganz im oberlehrerhaften Stil des SPON -, was die Deutschen zu denken, wie sie zu fühlen und was für politische Entscheidungen sie zu treffen haben. Denn es regt ihn auf, dass man ihm lobend erklärt, dass er ja ganz gut deutsch sprechen würde. An diesem Lob stört ihn die Botschaft „Du gehörst nicht hierher“. Denn in Deutschland bleibe man immer der Türke oder der Italiener. Deutscher sei man aus Sicht der Deutschen nie.
Das ist richtig. Herr Kazim hat recht. Denn wir Deutschen – also diejenigen, die deutschen Blutes sind, wie es Herr Kazim so treffend formuliert – haben in unserer Geschichte eine Menge negativer Erfahrungen mit Einflüssen von außen gemacht. Da waren die Römer und die Hunnen, die uns erobern wollten, der Dreißigjährige Krieg, diverse Gemetzel mit Frankreich, Dänemark, Österreich, den Polen, den Russen usw. usf.

Und anders als anderen Nationen gelang es uns Deutschen nie, eine eigene Nation aufzubauen. Wir hatten zwar mal ein Deutsches Reich, aber das war im Grunde nur für kurze Zeit ein richtiger Staat. Durch die Vielstaatlichkeit waren wir stets Bayern oder Baden, Schwaben oder Friesen, Preußen oder Sachsen. Doch Deutsche, so wie sich die Franzosen als Franzosen oder wenigstens die Engländer als Briten begreifen, waren wir eigentlich nie. Und weil wir es nicht waren, waren wir stets auf der Suche nach dem uns verbindenden Element. Wenn man aber mit so einer Suche nach der eigenen Nationalität beschäftigt ist, dann stören Einflüsse – will sagen Ausländer – nur.
Herr Kazim sind diese Gefühle des deutschen Volkes ziemlich egal. Und weil sie ihm egal sind, meint er dem deutschen Volk seine internationalistische Gesinnung aufdrücken zu können. Wir deutschen sollen also so „klug“ sein uns auf unser althergebrachtes „jus sanguinis“ zu verzichten – dem Abstammungsrecht – und es durch das „jus soli“ ersetzen. Jenem Bodenprinzip, dass die Staatsangehörigkeit durch die Geburt in einem bestimmten Territorium verleiht.
Sehen Sie, werte Leser, an dieser Stelle hat Herr Kazim eine entscheidende Argumentationsschwäche: Er sagt, man bliebe wegen seiner anderen Hautfarbe immer ein Fremder in Deutschland. Und aus diesem Grund solle man die Staatsangehörigkeit nicht über das Blut, sondern über die Gnade der Geburt in einem bestimmten Staat – in diesem Fall Deutschland – erwerben. Erkennen Sie die Schwäche seiner Argumentation? Ich will sie Ihnen erklären. Wenn jemand – wie Herr Kazim richtig erkennt – trotz seiner Staatsangehörigkeit im Land als Fremder angesehen wird, dann macht es wenig Sinn das Staatsangehörigkeitsrecht zum jus soli zu ändern. Denn offensichtlich ist ein solches Recht zum deutschen Volk nicht kompatibel. Etwas in den meisten Deutschen sagt uns – nach Auffassung von Herrn Kazim -, dass diese „anderen“ Fremde sind. Und dass sie es immer bleiben werden.
Im weiteren Text fordert Herr Kazim dann wieder einmal die Integrationsleistung der Aufnahmegesellschaft. Schließlich sei Integration nicht nur eine bloße Bringschuld. Aber hier irrt sich Herr Kazim gewaltig. Um Ihnen aber das zu erklären, bedarf es einer längeren Erklärung. Sein Irrtum liegt dort versteckt, wo die Kommunikation beginnt.
Wir alle wissen, dass es bei der Integration von Ausländern insbesondere wegen ihrer Sprachschwierigkeiten „Integrationsprobleme“ gibt. Die Bundesregierung will diese Integrationsprobleme mit Sprachschulungen beheben. Es ist müßig darüber zu streiten, ob die Kosten für solche Probleme wirklich vom deutschen Steuerzahler getragen werden sollten oder nicht. Aber selbst wenn man der Auffassung ist, wir Deutschen sollten für die Zuwanderer und deren Probleme zahlen, ist damit der Kern des Problems noch nicht einmal gefunden, geschweige denn berührt.
Denn Kommunikation findet nicht nur über Sprache, sie findet auch nonverbal statt. Ein wichtiger Bezugspunkt bei Kommunikation ist vor allem das Thema, über das gesprochen wird. Unterhalte ich mich zum Beispiel mit meinem Schwager über das Osterfest, dann machen wir vielleicht hier und dort einen unterschwelligen Witz über den Verlauf des letzten Festes. Oder über den Pastor und über das was er und vor allem auch wie er etwas gesagt hat. Und an dieser Stelle wird es in Bezug auf Kommunikation mit Fremden schwierig. Denn mit Herrn Kazim kann ich mich schon wegen unserer unterschiedlichen Religionen nicht vertraut über das Osterfest unterhalten. Ich kann mit ihm vielleicht religiöse Fragen erörtern, aber da er selbst das Osterfest nicht erlebt hat, fehlt ihm der emotionale Bezugspunkt zum Thema. Er wird an den Stellen an denen ich lachen kann  selbst nicht lachen können, denn wer – aus welchen Gründen auch immer – ein anderes tagtägliches Erleben hat, kann die Kommunikation mit mir nicht teilen. Gemeinsam zu diskutieren ist so also möglich, gemeinsam zu lachen hingegen nicht.
Und weil Herrn Kazim der emotionale Bezugspunkt zur Kommunikation fehlt, kommt er auf solchen Unsinn wie beispielsweise uns belehren zu wollen. Nämlich über unsere Bedürfnisse. Dies in der Annahme er wisse es besser. Aber wie kann Herr Kazim soetwas besser wissen, wenn er schon gar nicht unsere Gefühle teilen kann? Dann wirft er uns auch noch unsere latente und angebliche Ausländerfeindlichkeit vor. Selbst wenn wir Deutschen wirklich ausländerfeindlich – und eben nicht nur fremden gegenüber reserviert – wären, dann würde dies doch bedeuten, dass dann auch eine ausländerfeindliche Politik unseren Bedürfnissen am ehesten entsprechen würde, oder nicht? Denn warum sollten wir eine Politik machen oder für gut befinden, die nicht unseren Gefühlen und damit auch unseren Bedürfnissen entspricht?
Herr Kazim wirft dann den Politikern im weiteren Text noch vor, dass den Politikern keine Parole zu stumpf wäre, um bei den Wählern zu punkten. Er vergisst jedoch, dass dies das Wesen der repräsentativen Demokratie ist. Politiker müssen so handeln, denn sie wollen gewählt werden. Nun ist es vielleicht so, dass man Politik als Journalist bei Spiegel Online nicht wirklich verstehen können muss, um darüber zu schreiben. Richtig wird der Unsinn den diese Leute schreiben, deshalb jedoch noch lange nicht. Auch mir wäre übrigens lieber, wenn wir in Deutschland mehr Volksabstimmungen und weniger Fremdbestimmung hätten. Nur wage ich zu bezweifeln, dass ein so fühlendes deutsches Volk eine Ausländerpolitik nach dem Geschmack von Herrn Kazim machen würde.
Was Herr Kazim also will, ist eine Politik gegen das deutsche Volk. Und dann wundert er sich, wenn er in diesem Volk immer ein Fremder bleiben wird?

Ein Nachtrag sei mir gestattet:  es kommt nicht darauf an, ob Herr Kazim tatsächlich Christ, Moslem, Buddhist oder gar Ideologe ist. Das Beispiel mit seiner vermuteten nicht-christlichen Herkunft war zur Vereinfachung gewählt. Selbst wenn er Christ ist und jeden Sonntag in die Kirche geht (anders als ich), dann hat er sehr wahrscheinlich in anderen Punkten ein anderes Erleben. Mir sei jedoch die Anmerkung gestattet, dass das Beispiel natürlich nur greift, solange er nicht von Geburt an in heimischen Kreisen aufgewachsen ist. Sollte er beispielsweise das Adoptivkind von gut integrierten Kreisen sein, so mag Kommunikation mit ihm problemlos möglich sein. Nur ändert das nichts an dem Rest meiner Argumentation. Umso eher würde es mich in diesem Fall verwundern, wenn er den Leuten die Bemerkung er spreche gutes Deutsche, übel nehmen würde. Seine Fremdartigkeit ist schließlich optisch wohl kaum zu verbergen. Will er den Leuten krumm nehmen, dass sie aus dem was sie sehen Rückschlüsse aus ihren Erfahrungen ziehen? Selbst aber wenn man mein Beispiel an dieser Stelle abschneiden würde, der Rest bliebe bestehen: Übertragen auf die Zuwanderer lässt sich nämlich ziemlich deutlich sagen, dass unterschiedliche kulturelle und sprachliche Herkunft nur eine stark oberflächliche Kommunikation ermöglicht, Vertrautheit aber mangels gemeinsamer Emotionen nie möglich wird!


Responses

  1. Es muss nur oft genug wiederholt werden, daß Integration keine Einbahnstraße ist, inzwischen legen die Leute ja auch schon CO2-Endlager an. Da fasst man sich doch an den Kopf.

  2. Sehr schön formuliert!

  3. Ihm und Seinesgleichen wäre es am liebsten, sie hätten hier ein Deutschland ohne Deutsche (aber mit deren Geld).

    Darum gehts.

    Hau ab, Du Karziom, oder wie Du heisst !

    • T’schuldige, wenn ich klugscheißen muss, aber es heißt „Karzinom“. ^^

      Aber du hast recht, Typen wie dieser Bastard sind echt wie ein Krebsgeschwür.

  4. *Arschkriech-Modus-an*
    Super geschrieben! Ich muss sagen, ich werde immer mehr zu einem Fan deines Blogs. Vor Allem bringt du die Dinge ziemlich gut auf den Punkt, bezüglich „Blutdeutscher“ und den „Passdeutschen“ und leiferst mir immer gute Diskussionspunkte und Fremdwörter, die man den Linken um die Ohren hauen kann.
    *Arschkriech-Modus-aus* 😉

  5. Sollte Kewils Blog irgendwann mal die Grätsche machen, dann musst Du Dir schnell mehr Datendurchsatz kaufen, weil die Bude hier sonst in sich zusammenfiele!

  6. Wie ich an anderer Stelle von Ihnen las, leben Sie als Ausländer im Ausland.
    Kaum zu glauben!
    Ich werde mir jetzt gleich das Buch von Herrn Kazim zulegen.
    Ach ja: Ich bin auch ein Ausländer in D – aus der Schweiz.
    Manche kennen dort die Bedeutung des Osterfests ebensowenig wie manche der hiesigen Eingeborenen…

  7. Jetzt mal im Ernst: Außer Rassismus, Straftatbestände erfüllende Äußerungen, persönliche Beleidigungen und krankhafte Sexualvorstellungen wird hier alles geduldet.

    lach…wie gut, wenn man selbst ein Vorbild für die eigenen Richtlinien ist. Das ist antisemitischer Mist, was du versuchst in Worten zu wiedergeben. Nur ich halte es eher wie Herr Hasnian Kazmi – bei dummes Geschwätz einfach die Fensterkurbel runterdrehen und den Verkehrslärm reinlassen – definitiv angenehmer, als dieser Mist. 🙂

    • Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich und mit Fakten unterlegt.

      • Was vielleicht „markusoliver“ nicht weiß: H. Kazim hat zum Christentium gewechselt….
        kann also gut mit Dir über Religion sprechen und sogar lachen…
        mein Gott, was für ein Blog, Was für ein Schwachsinn…

      • Du raffst es nicht, oder? Ersetze „Religion“ durch „kulturelle Andersartigkeit“ und Du verstehst.

  8. Habt Ihr hier überhaupt einen Job?

  9. Dieser Blogeintrag ist nun drei Jahre alt und nichts hat sich verändert. Die Artikel sind stumpf und polarisieren. Spalten statt zu versöhnen. Westliche Werte sollen mir nichts dir nichts auf Pakistan angewendet werden. Und vice versa. Ein Mensch der nur dagegen oder dafür ist, schrecklich seine „Artikel“ zu lesen. Ich danke für die Zusammenfassung.

    • Gerne doch!


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